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AHO Aktuell - 20.09.1999

Fuchsbandwurm: Infektionsgefahr für Mensch und Haustier


(bpt) Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht n
ur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die
Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen,
in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein.

Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange
Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Wie
alle Bandwürmer braucht er einen Zwischenwirt, in
dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht.

Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt
sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren
ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den
geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot
Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen
die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf und werden
dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren
Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die
Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager
wiederum werden vom Fuchs als Hauptbeutetiere
gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne in den
Endwirt, in dessen Darm sie sich zum
geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt.

Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse
fressen. Sie werden dann genau wie der Fuchs zu
Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm
parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie
Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder
stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem
Wurmbefall auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei
Hund und Katze gewinnt dadurch an Bedeutung, daß
die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden
und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses -
Ansteckungsquelle für den Menschen sein kann.

Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund
aufnehmen, um sich zu infizieren. Im
Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein
Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen
Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet
aber - wie bei echten Zwischenwirten - eine
Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und
Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk
von Schläuchen, das diese Organe weitgehend
zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die
Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine
Heilung ist kaum möglich.

Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders
wichtig. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren
und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein
und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle
für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen
gegessen werden.

Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist
Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen.
Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben,
dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden.
Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von
Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig
entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen
den Fuchsbandwurm besonders wirksames Arzneimittel.
Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die
Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen.


BpT - Pressedienst


 



 

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