Aktuelle Meldungen     Nachrichten suchen    kostenloses Abo  -   Nachricht weiterempfehlen

 

AHO Aktuell - 21.04.2001

Autoverkehr und Raubzeug dezimieren Junghasen


(aho) - Schweizer Wissenschaftler der Universität Bern haben die
Todesursachen bei Feldhasen, das Vorkommen von ausgewählten Zoonosen
(Infektionskrankheiten) und das Vermehrungspotential anhand der
Untersuchung von 167 in der Schweiz verstorbenen Feldhasen erfasst.
Etwas 80% der Hasen starben an Verletzungen. Infektionskrankheiten
waren in 15% der Fälle die Todesursache, während in 5% der Fälle andere
bzw. unbekannte Ursachen festgestellt wurden. Unter den verletzungs-
bedingten Todesursachen waren Opfer des Strassenverkehrs stark
repräsentiert. Hunde, Katzen, Luchse, Marder, Mäusebussarde und
Steinadler rissen 16% der Feldhasen, wobei junge Feldhasen deutlich
häufiger Opfer waren als erwachsene Tiere. Es wurden Infektionen mit
verschiedenen Krankheitserregern festgestellt: Pasteurella spp.,
Brucella suis Biotyp 2, Yersinia pseudotuberculosis, Francisella
tularensis, Listeria monocytogenes und Toxoplasma gondii.

Die Untersuchung erbrachte keine Hinweise auf eine verminderte
Fruchtbarkeit der Häsinnen. Sowohl die Satzgrösse (durchschnittlich
2.5 Foeten pro Häsin) als auch die Trächtigkeitsrate in den Monaten
März- Juni (74%) lagen in der Norm. Diese Ergebnisse legen nahe,
dass der Feldhasenrückgang in der Schweiz weder mit bestimmten
Infektionskrankheiten, für die erwachsene Hasen besonders anfällig
sind, noch mit einer herabgesetzten Fortpflanzungsleistung in
Verbindung gebracht werden kann. Es muss vielmehr davon ausgegangen
werden, dass der Rückgang in Zusammenhang mit einer herabgesetzten
Überlebensrate der Junghasen steht.

G. Haerer, J. Nicolet, L. Bacciarini, B. Gottstein, M. Giacometti
Todesursachen, Zoonosen und Reproduktion bei Feldhasen in der Schweiz
Schweizer Archiv für Tierheilkunde Nr. 04/2001
 



 

  zum Seitenbeginn


© Copyright

AHO Aktuell ist ein Service von ANIMAL-HEALTH-ONLINE und @grar.de