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AHO Aktuell - 10.03.2006

Tierschützerin in Betrugsfall verwickelt


Dresden (aho) - Eine Tierschützerin muss sich seit gestern vor dem
Amtgericht in Dresden wegen Betruges verantworten. Hierbei soll sie
sich einer cleveren Betrugsmasche bedient haben: Jemand will einem
Tierschutzverein eine Spende zukommen lassen und erteilt hierzu dem
Verein eine Einzugsermächtigung. Der Verein legt die
Einzugsermächtigung bei der Bank vor und das Geld fließt vom Spender
auf das Vereinkonto. Nach sechs Wochen Widerrufsfrist kann der Verein
über das Geld verfügen. Plötzlich überlegt es sich der Gönner aber
anders und widerruft die Einzugsermächtigung. Das kann er über die
sechs Wochen hinaus bis zum Quartalsende tun, war gewöhnlich nur
Insider wissen. Das Geld wird zurückgebucht. Pech für die Bank, wenn
es der Vereinsvorsitzende bereits abgehoben hat.

Genau diesen betrügerischen Taschenspielertrick wirft die
Staatsanwaltschaft Dresden der 57-jährigen Vorstandsvorsitzenden der
"Vereinigung zum Schutz von Tieren e.V." Elke K. vor. "Spender" aus
Hannover und Berlin ließen laut Staatsanwaltschaft 15.000 Euro auf das
Vereinskonto fließen. Elke K. hob 9.600 Euro ab, ehe es sich die
"Spender" anders überlegten, heißt es in einem Bericht der Zeitung
"Dresdner Neuste Nachrichten". Den Schaden hatte die Deutsche Bank.
Elke K. habe gewusst, dass die Gelder nicht auf dem Vereinskonto
bleiben würden, zitiert die Zeitung aus der Anklage. Die Angeklagte
wies die Vorwürfe von sich. Sie habe für den Verein einen Kredit
benötigt, um in Stolpen einen Gnadenhof für Pferde einzurichten. Da
Banken Tierschutzvereinen keine Kredite bewilligen würden, habe sie
sich an einen Makler in Berlin gewandt. Der habe ihr rätselhafte
Verträge vorgelegt, aber schon im Oktober 2004 seien die
Einzugsermächtigungen über 15.000 Euro bei ihr gelandet. Sie sollte
als "Bearbeitungsgebühr" lediglich 3.600 Euro zurück überweisen. "Das
konnte ich aber nicht, weil ich sechs Wochen lang nicht über das Geld
verfügen durfte." Als die Spenden storniert wurden, stand die Polizei
bei Elke K. vor der Tür, berichtet die Zeitung. Ob die Angeklagte eine
Betrügerin oder aber arglose Beteiligte in einem großen Betrugsfall
ist, konnte Richterin Uta Worzfeld nicht feststellen. Sie will sich
die Ermittlungsakten gegen den Finanzmakler und die Spender kommen
lassen, bevor sie den Prozess fortsetzt, berichtet die Zeitung
abschließend.


 



 

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